Ode an meine SevenFifty

2001 oder 2002, ich weiss es nicht mehr so genau, habe ich sie mir zugelegt, mein erstes Motorrad überhaupt. Eine 1997er HONDA SevenFifty („RC42“), die eigentlich eine Kawasaki Zephyr 750 sein sollte.

Kawasaki Zephyr 750 (’96)
Quelle: Motorcycle Specifications

So versprach es mir jedenfalls mein Kumpel, der damals den Kontakt zum Vorbesitzer hergestellt hatte. Kawasaki fand ich cool, weil mein Mitbewohner eine alte Z650 fuhr, nach deren unverwechselbaren Sound sich Anfang der 2000er die Mädels in der Stadt umdrehten. Und zwar nicht weil sie angewidert waren.

Kawasaki Z650
Quelle: Nippon Classic

Wenig später stellte sich aber heraus, dass mein Kumpel wohl nicht so richtig zugehört hatte. Die Kawa war in Wirklichkeit eine Honda. Und außer dem „a“ am Ende hatte sie so gar nichts gemein mit meinen Erwartungen, war sie doch vor allem leise und lief gleichmäßig rund.

Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Denn was die Z650 in Sachen Sound vorlegte, hat die SevenFifty beim Thema Wartungsfreiheit nachgezogen: in fast 20 Jahren hat sie mich knapp 100Mm weit vollkommen störungs- und überraschungsfrei auf meinen Reisen und zur Arbeit begleitet. Unglaublich, was regelmäßiger Ölwechsel, Oberflächenpflege und Kettensatzwechsel alles ausmacht! Und dann das eine Wort, das ich mir am liebsten auf ein T-Shirt gedruckt hätte, wenn mich dann nicht alle für endgültig bekloppt gehalten hätten: HYDROSTÖSSEL

Über die Zeit wurden wir ziemlich beste Freunde! Motorrad-Zeitschriften kamen und gingen, in denen unzählige und immer moderne Maschinen getestet und gelobt wurden. Und selten war etwas dabei, das unsere Freundschaft ernsthaft hätte gefährden können. Wenn es um Bedenken zum Motorradfahren im Freundes- und Familienkreis ging, sagte ich immer: „Mit dem Motorradfahren ist Schluss, wenn die SevenFifty nicht mehr will“, wohl wissend, dass das ohne mutwillige Sabotage wahrscheinlich nie passieren würde.

Veröffentlicht in Moppedfahrn.

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